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Singen ist cool
Sagen Jungen und junge Männer, die in Knaben– und Männerchören singen. Singen ist uncool. Sagen die meisten Jungen. Und wie bekommt man die zum Singen? Indem man es selbstverständlich mit ihnen tut, sagt Rosemarie Pritzkat, Kirchenmusikdirektorin und seit fünfzehn Jahren Leiterin des Hamburger Knabenchores St. Nikolai. Sie besucht Grundschulen und lässt zunächst die Klassen in Jungen und Mädchen trennen. Ohne Mädchen trauen sich alle Jungen zu singen. Dabei entdecken sie, dass es Spaß macht zu singen, dass man es
lernen kann und dass der erste gelingende Kanon cool klingt. Spätestens, wenn Jungen ihr erstes Konzert mit hundert anderen Jungen singen oder als charmante Botschafter ihres Landes auf Konzertreise fahren dürfen, machen diese Erlebnisse Lust auf mehr. Ich kann als Junge singen? Wow! Dieser Anfangszauber trägt, genau wie die Freude an der Gemeinschaft im Jungsrudel.Brummer ins Abseits
Kinder singen insgesamt immer weniger, und wenn, dann leiten viele Erzieherinnen sie in der eigenen, für Kinder zu tiefen Tonhöhe an. Rosemarie Pritzkat beobachtet dazu einen hohen Lärmpegel in den Schulen. „Viele Kinder, besonders die Jungen, sind unruhig, zappelig und haben immer häufiger verschriene Stimmen. Sie sind überreizt, werden häufig heiser und landen nicht selten als Sprechsinger oder Brummer im sängerischen Abseits.“